Fernreisen trotz Klimawandel?  

Liebe Reisefreunde,

im Frühjahr 2008 wurde ich gebeten, als Kandidat zum Stadtrat meiner Gemeinde an den Kommunalwahlen teilzunehmen. Als ich in meinen Vorträgen meine Vorstellungen zur Gewaltfreiheit, zur Völkerverständigung und zum Natur- und Umweltschutz darlegte, wurde ich mit dem Widerspruch konfrontiert, einerseits durch vernünftige Lebensweise auch dem Klimawandel entgegenwirken zu wollen, andererseits aber Werbung für umweltschädliche Fernreisen zu betreiben.

Mit knapp 11 Tonnen Kohlendioxyd-Ausstoß pro Jahr liegen die Einwohner Deutschlands im Schnitt deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von ca. 3,8 Tonnen.

Können wir noch guten Gewissens zu einer Trekkingtour in den Himalaya aufbrechen, wenn wir damit durch den Langstreckenflug über vier Tonnen Kohlendioxydausstoß verursachen, also mehr, als ein durchschnittlicher Erdbewohner im ganzen Jahr? Wie können wir diesen Widerspruch überwinden, einerseits erkannt zu haben, dass wir mit unserer Lebensweise zum Kampf gegen die Natur und damit zum Untergang des Lebens beitragen, uns aber dennoch nicht zurück in die Steinzeit begeben wollen? 

Die Lösung liegt im Gesamtverhalten: Wir können viel tun, damit auch noch sparen und obendrein gesünder leben: Mit sparsameren Autos weniger fahren und mehr zu Hause arbeiten, mit regenerativen Energien anstatt fossilen heizen, das Haus gegen Wärmeverlust dämmen, energieeffiziente Elektrogeräte nutzen und energiebewusstes Verhalten üben, Fleisch-reduziert ernähren und regionale Produkte bevorzugen. 

Wir müssen ja nicht jedes Jahr eine Fernreise unternehmen. Wer im Urlaub nur am Strand entspannen oder im Meer baden möchte, muss dazu nicht in die Karibik oder nach Fernost fliegen; das kann er auch in näheren Gefilden. Viele Geschäftsreisen können auch durch Videokonferenzen ersetzt werden. 

Wenn wir bewusst unser Verhalten im Alltag ändern, können wir guten Gewissens auch einige Male im Leben entfernte Erdteile erkunden. Hierdurch fördern wir sicher auch die Völkerverständigung und damit den Abbau des Militarismus, den schlimmstmöglichen Natur- und Umweltschädling.

Joachim Caspary

Frühjahr 2008

P. S.: Mit dem CO2- Rechner des Umwelt Bundesamtes können Sie Ihren persönlichen CO2-Ausstoß anhand Ihres Konsumverhaltens leicht errechnen: http://uba.klima-aktiv.de/?cat=person 

Viele gute Infos zur Umwelt erhalten Sie auch über die Seite des Bayerischen Landesamtes für Umwelt:  http://www.lfu.bayern.de/umweltwissen/klima_energie/index.htm

Mit "atmosfair" können Sie aktiv etwas für den Klimaschutz tun: