Nepal Trek

Genehmigungen und Gebühren für Trekking und Gipfelbesteigung

Zusätzlich zum Visum für die Einreise fordert die Regierung Nepals eine Vielzahl von Genehmigungen und Gebühren, welche hier kurz beschrieben sind (häufige Änderungen vorbehalten!):

Visum zur Einreise: Erhältlich bei den Botschaften und Konsulaten im Ausland; bei Einreise am Flughafen und an den für Touristen erlaubten Land-Einreisestellen von Indien und Tibet.
Eine Verlängerung des Visums ist möglich gegen Nachweis der finanziellen Mittel zum Unterhalt und Zahlung der Gebühr. Näheres auf der Seite: Visa.

Trekking: Die Trekkingerlaubnis für die drei Haupt-Trekkingregionen Everest-, Langtang- und Annapurnagebiet, sowie für alle Gebiete, welche auf dem Landwege erreichbar sind, wurde im Jahre 2001 allgemein freigegeben. Hier ist kein Trekkingpermit mehr notwendig. Gipfelgebühren und Nationalpark-Eintrittsgebühren sind allerdings zu beachten.
Für Trekkingtouren in die übrigen Gebiete weiterhin wird Trekkingpermit gegen eine Gebühr je nach Gebiet erhoben. Z. B. für einfachere Trekkingtouren 5 US $ pro Person und Woche während der ersten 4 Wochen, danach 10 US $ pro Person und Woche.
Das am 1.10.06 von der Regierung eingeführte "Trekking Registration Certificate" (TRC) wurde nur kurze Zeit angewendet. Es war bei einer der ca. 550 zur "Trekking Agents Association of Nepal" (TAAN) gehörenden Trekkingagenturen erhältlich. 
Zum 1.1.2008 wurde es abgelöst vom neuen Trekkers’ Information Management System (TIMS) (2 Passbilder erforderlich!) Der Treck kann individuell gemacht, oder über eine Trekkingagentur organisiert werden (empfohlen!). Seit 1.4.2010 gilt folgende Regelung: Trecker müssen vor ihrem Treck das Papier "TIMS Card" vom "Nepal Tourism Board" (NTB) oder einer der dem "Trekking Agencies' Association of Nepal" (TAAN) angehörenden Trekkingagentur ausstellen lassen. Diese Eintragung kostet nun umgerechnet je 10 US$ für Trekker, deren Treck von einer lizenzierten Trekkingagentur organisiert wird ("Blaue Karte") oder 20 US$ für Einzeltrekker ("Grüne Karte") (FIT = foreign individual tourists).
Folgende Personen benötigen keine TIMS Card: Bergsteiger mit "Climbing permit" der "Tourism Industry Division" unter dem "Ministry of Tourism and Civil Aviation" oder der "Nepal Mountaineering Association", Trekker mit Sondergenehmigung des "Immigration Department" für "controlled areas like Upper Mustang, Upper Dolpo, Mansulu" sowie Diplomaten.

Trekkinggipfel: 18 sogenannte Trekkinggipfel, Berge mit einer Höhe zwischen 5.600m und 6.500 m über dem Meer, sind gegen Zahlung einer Gebühr im Central Immigration Office genehmigt. Ort: Tridevi Marg, Thamel, Kathmandu (Öffnungszeiten für Visaverlängerungen und Trekking-Permits So. bis Do. 10:30 - 13 Uhr, im Winter bis 12:30 Uhr, Fr. 10:30 - 12 Uhr). Näheres zu den Gebühren auf unser Seite: Nepalgipfel. Die Genehmigung wird am Berg nur sporadisch kontrolliert. Besteigungen ohne Genehmigung können mit Geldstrafe und evt. späterer Visumverweigerung (Einreiseverbot für Nepal) belegt werden. Häufig besteigt nur ein Teil einer Trekkinggruppe mit den nepalischen Begleitern (Bergführer, Sherpas) den Gipfel, während der Rest sich im Basislager ausruht. Besteigungen dieser und höherer Gipfel müssen von einem von der "Nepal Mountaineering Association" (NMA) lizenzierten Kletter-Bergführer begleitet werden.

Expeditionsgipfel: Eine Gipfelbesteigung im Himalaya in Höhen über 6.400 m erfordert einen großen Zeitaufwand, sorgfältige Vorplanung, einen Berg von Formalitäten und beträchtliche Ausgaben. Eine Liste von über 100 entsprechenden Gipfeln finden Sie auf unserer Seite: Peakliste.
Die berühmten Achttausender bis hin zum Mount Everest sind nur in sehr begrenzten Zeitfenstern, nach Jahre langer Anmeldung und Zahlung sehr hoher Gebühren zu besteigen. 

Die Gebühren betragen z.B. für eine Gruppe bis zu 7 Personen:

  • 1.500 US $ für Berge von 6500 m Höhe und darunter (pro weitere Pers. 200 US $, max. 5 Pers. zusätzlich erlaubt).
  • 3.000 US $ für Berge von 7001 bis 7500 m Höhe (pro weitere Pers. 400 US $, max. 5 Pers. zusätzlich erlaubt).
  • 4.000 US $ für Berge von 7501 bis 8000 m Höhe (pro weitere Person 500 US $, max. 5 Pers. zusätzlich erlaubt).
  • 10.000 US $ für Berge über 8000 m Höhe (pro weitere Pers. 1.500 US $).
  • 70.000 US $ für Mount Everest über South East Ridge (pro weitere Pers. 10.000 US $).
  • 50.000 US $ für alle anderen Mount Everest Routen (pro weitere Pers. 10.000 US $).

Mustang-Gebühr: Wegen der geografisch bedingten schwierigen Versorgungslage hat die Regierung für das Gebiet Mustang besondere Bedingungen und Gebühren auferlegt: Die Tour muss durch eine registrierte nepalische Agentur organisiert und betreut werden. Zusätzlich muss ein Verbindungsoffizier mitgenommen und bezahlt werden. Die Regierungsgebühr beläuft sich pro Teilnehmer auf 500 US $ für die ersten 10 Tage + 50 US $ für jeden weiteren Tag. Es müssen dabei mindestens 2 Trekkingpermits bezahlt werden, auch wenn man nur als Einzelperson geht. Die Bearbeitungsdauer der Behörde beträgt normalerweise 2 Arbeitstage.
Hinzu kommen die Kosten der Trekkingagentur für Organisation, Unterkunft, Verpflegung, Personal usw. 
Geeignete Reisemonate sind April bis Oktober, da Mustang im Regenschatten des Himalaya liegt und es im Winter (Nov. - März) sehr kalt werden kann.

Nationalparkeintritt: Die zahlreichen Nationalparks und Conservation Areas in Nepal dürfen von ausländischen Touristen nur nach Zahlung einer Eintrittsgebühr betreten werden. Diese Gebühren können entweder in Kathmandu oder am Eingang des Parks gezahlt werden. Günstiger ist es in Kathmandu. Die Gebühren wurden zuletzt im Juli 2012 (auf das Dreifache!) erhöht und betragen nun umgerechnet ca. 20 - 30 €. Passbilder braucht man zu Beantragung auch.

Straßenmaut: Auf den Überlandstraßen in Nepal wird häufig (trotz Schlaglöchern und fehlender Leitplanken) eine Maut verlangt. Diese geringe Gebühr wird normalerweise von der Transportagentur übernommen und durch den Fahrer direkt bezahlt, ist also bereits im Fahrpreis enthalten.

Besichtigungsgebühr: Die verantwortlichen Gremien für die meisten touristisch interessanten Tempelanlagen haben inzwischen eine Besichtigungsgebühr eingeführt, welche im günstigen Falle zum Erhalt der Sehenswürdigkeit eingesetzt wird und je nach Wichtigkeit der Stätte zwischen ca. 1/2 und 10 € beträgt. Leider meint inzwischen fast jedes "VDC" (Dorfentwicklungskomitee = Gemeinderat) dem durchwandernden oder übernachtenden Trekker etwas Geld (s.a. "Kurtaxe" bei uns!) aus der Tasche ziehen zu müssen.

Rebellengebühr: Die von Mitte der 90er Jahre bis zum Waffenstillstand im Mai 2006 in Nepal aktiven Maoistischen Rebellen ließen die Touristen zwar körperlich unversehrt das von ihnen (teilweise) beherrschte Gebiet bereisen, verlangten dafür aber gelegentlich (wie könnte es anders sein!) ebenfalls Gebühren. Diese wurden im Anblick der Gewehrläufe auch meist ohne Murren gezahlt, konnten manchmal auch heruntergehandelt werden und lagen bei ca. 10 US$ pro Person bzw. 100 US$ pro Gruppe. Um hinter dem nächsten Berg nicht erneut zahlen zu müssen, erhielt man für diese "Revolutionssteuer" meist sogar eine Quittung. Seitdem die Maoisten nun bereits die Regierungspartei stell(t)en, werden solche Gebühren nicht mehr erhoben.

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