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Geographie/Lage/Politik

Indonesien, ein Archipel mit mehr als 13.600 Inseln und einer Ost-West-Ausdehnung von über 5.000 km ist eines der größten Länder der Erde. Gemessen an der Einwohnerzahl, ist das Land mit ca. 210 Mio. Einwohnern, an dritter Stelle der Bevölkerungsreichsten Länder der Welt.
Das Land, das während der letzten Jahren, dank der bekannten Inseln Java und Bali, einen stetigen Zuwachs an Urlaubern zu vermelden hatte, befindet sich im Moment in einem enormen wirtschaftlichen und politischen Wandel.
Waldbrände und politische Unruhen haben zu einer unrühmlichen Aufmerksamkeit in der Welt geführt. Der Tourismus ist teilweise zum Erliegen gekommen.

Die Bildung des Indonesischen Archipels vollzog sich in geologisch junger Zeit, was der ausgeprägte Vulkanismus heute noch zeigt (12 aktive Vulkane auf Sulawesi).
Die Entstehung dieses zerstückelten Archipels ist auf den Zusammenstoß zweier oder mehrerer Kontinentalplatten zurückzuführen.

Indonesien, dass in den letzten Jahren, trotz einer Inflationsrate von unter 10 % ein stabiles Wirtschaftswachstum mit Werten zwischen 6 und 7,5 % erreichte, ist in einer tiefen Krise.

Nachdem Generalmajor Suharto im September 1965 einen Putschversuch, für den die Kommunisten verantwortlich gemacht wurden, verhinderte, übernimmt er im März 1966 die Staatsgewalt und wird im März 1967 zum Präsidenten ernannt. Seit dieser Zeit regierte er das Land als Diktator und verwandelte es in ein korruptes aber auch in ein wirtschaftlich boomendes Land.

Im Juli 1997 beginnt die Asienkrise in Thailand, indem die thailändische Regierung im Kampf gegen internationale Devisenspekulanten die Bindung der Währung an den Dollar aufgibt. Kurz darauf ereilt dem Malayischen Ringgit das selbe Schicksal und am 14.August 1997 gibt auch Indonesien die Bindung der Rupiah an den Dollar auf. Daraufhin stürzt der Kurs ab. Nachdem der indonesische Rupiah von 2.200 Rupiah pro US-Dollar auf 8.500 Rupiah pro US-Dollar abrutschte und der Internationale Währungsfond (IWF) Hilfe zugesagt hatte begannen im Januar 1998 Unruhen aufgrund steigender Lebensmittelpreise, wobei Menschen starben. Der Rupiah sinkt weiter auf 10.000 Rp pro USD. Am 6.März 1998 setzt der IWF seine Finanzhilfe für Indonesien, wegen mangelnder Reformbereitschaft der Regierung, aus.

Am 10.März 1998 wird Suharto zum siebten Mal zum Präsidenten gewählt, nachdem er schon im Jahr zuvor die einzige oppositionelle Partei, unter Führung von Megawati, der Tochter des ersten Präsidenten Indonesiens (Präsident Sukarno), aufgrund angeblicher kommunistischer Ideologie, verboten hatte.
Der Rupiah ist nun bei 14.000 Rp pro USD. Die neue bzw. alte Regierung erhöht weiter die Preise.

Im Mai werden sechs Studenten, die gegen Präsident Suharto protestierten, bei Zusammenstößen mit der Polizei getötet. Daraufhin bricht im Land das Chaos aus. Bei Plünderungen sterben 1000 Menschen.
Am 21.Mai 1998 erklärt Suharto seinen Rücktritt. Der im Mai gewählte Vizepräsident Jusuf Habibie, in Südsulawesi geboren und in Deutschland Flugzeugbau studiert, wird neuer Präsident.

Während das Land nun noch immer vergebens auf Neuwahlen hofft, hat sich die Lage etwas entspannt. Doch immer wieder gibt es Unruhen, da das Land aufgrund hoher Lebensmittelpreise und Arbeitslosigkeit in Armut versinkt. 50 % der Indonesier leben nun unter der Armutsgrenze.

Daneben steht das Land unter einer Zerreißprobe. Während Ost-Timor schon immer im Clinch mit der Zentralregierung war und weiterhin ist, besteht die Gefahr, dass sich auch weitere Teile Indonesiens abspalten könnten. Hierzu zählen die Mollukken, Irian Jaya – daß sich schon immer zu Papua Neuguinea wähnte, Nordsumatra / Provinz Aceh sowie andere Landesteile welche mehrheitlich von anderen Religionen als dem Islam bewohnt werden.

Immer noch haben Polizei und Militär große Macht im Land, welches weiterhin von korrupten Banden gelenkt wird, so dass Indonesien noch einen weiten Weg zur Demokratie vor sich hat.
Zu dieser politischen Problematik gesellt sich noch eine weitere. Das El Niño Phänomen, das die Regenzeit in Indonesien verspäten ließ, sowie die Art und Weise der indonesischen Forstwirtschaft führten zu Waldbränden auf Sumatra, Kalimantan und Java, sowie zu Smog in den benachbarten Regionen.
Die für Indonesien typische Form der Forstwirtschaft, die selektive Waldnutzung ( " dabei werden nur besonders große und wertvolle Bäume entnommen....") hinterlässt Millionen Tonnen von Holzabfällen in den Regenwäldern. In selektiv genutzten Wäldern brennen die trockenen Baumstämme bis zu zwei Wochen lang. Ihr Funkenflug ist Quelle für neue Brände. Im ursprünglichen Regenwald (Primärwald) würde das dichte Kronendach der Bäume den Boden feucht halten.
Hinzu kommt noch „Brandstiftung aufgrund sozialer Probleme. " Die Arbeiter der abgebrannten Holzplantagen werden entlassen,..., . Zum Heer dieser Arbeitslosen gesellen sich die Kleinbauern..., . Auch sie haben durch das Feuer ihre Ernte verloren und stehen vor dem Nichts. Diese verarmten Menschen werden zu Tierfängern.  Diese dringen in die Wälder ein, legen Feuer und warten auf Schildkröten, Schlangen, Hirsche und Orang Utans, die ihre Zufluchtsorte verlassen müssen “
.... Großkonzerne nutzen diese Situation aus um an Holz für die Papierindiustrie, sowie an Platz für Monokulturen (Palmöl) zu gelangen.

Präsidentin Megawati Sukarnoputri die Tochter des Staatsgründers Sukarno wird 1999 zur 1. frei gewählten Präsidentin ernannt. Seitdem versinkt das Land noch mehr in Chaos und Korruption. Die Rodungen der Wälder haben ein Höchstmaß erreicht, hinzu gesellt sich die Problematik des 11. Sept. 01 (NY) und die Kriege in Afganisthan und Irak. 
Das Bombenattentat von Bali ist ein weiterer Höhepunkt der Krise. Als größtes islamisches Land der Erde wird es auch zum Brennpunkt muslimisch orientierter terroristischer Aktivitäten. 

Diese politischen, wirtschaftlichen und umweltproblematischen Ereignisse haben negative Schlagzeilen für Indonesien als Reiseland gebracht und führten zu einem dramatischen Rückgang der Reisenden, was wiederum die wirtschaftliche Krise verschärfte. Besonders der Rückgang des innerasiatischen Geschäfts- und Urlaubsreiseverkehr hat zu niederen Auslastungen in den meisten Hotels des Archipels geführt.

Bei Neuwahlen in 2004 wurde Präsidenten Megawati abgewählt. Neuer Präsident ist seit September 04 der ehemalige Genaral Susilo Bambang Yudhoyono. 

26.Dezember 2005
Der Tsunami im asiatischen Raum trifft Indonesien mit voller Härte. Der größte Schaden ereignete sich im Nordwesten Sumatras in der Provinc Aceh, welche schon seit Jahrzehnten, durch den Freiheitskampf gegenüber der Zentralregierung in Jakarta, menschliches und wirtschaftliches Leid erfuhr.
Für den internationalen Tourismus entstand mit Ausnahme des Surfparadieses Insel Nias, kein Schaden. Fast alle touristischen Zentren Sumatras liegen im Innern der Insel. 

Der Tourismus hat wieder hohes Niveau bei den Besucherzahlen erreicht. Die übrigen Inseln des Archipels leiden noch immer an den oben beschriebenen Umständen.

28.März 2005  Vor der Westküste Sumatras ereignet sich ein weiteres schweres Seebeben (Stärke 8,6). 

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